Am ersten Tag war eigentlich alles tiptop. Etwas muede waren wir vielleicht noch der Zeitumstellung wegen. Am ersten Tag habe zumindest ich (Felix) ein Baerlein gesehen, vom Auto aus, nur ganz schnell.
Am zweiten Tag haben wir den Dempster eingeschlagen und sind auf dieser Kies-Schotterpiste rund 300 km gerumpelt, als wir just bei der Tankstelle in der Haelfte des Weges einen Platten hatten. Besser haette es uns eigentlich nicht passieren koennen, denn sowohl Pia als auch ich wuessten ja beim besten Willen nicht, wie man so einen verfl... Reifen wechselt.
Nach der blitzschnellen Reifenwechselei holperten wir weiter zum artic circle (Polarkreis) und von dort aus zum naechsten Campingplatz, den wir mitten im Nichts fuer uns alleine hatten. Wir fanden bald raus warum... bssssbssssbssssbsssss! Waeren wir nicht zu muede gewesen waeren wir sicherlich weitergefahren, aber es haette keinen Sinn gemacht. So haben wir denn die Nacht im Auto verbracht, unter dem Moskitonetz, in dem sich mindestens eine Million der bloeden Viecher verheddert haben.
Dann hatten wir aber genug Dempster! Wir waren knapp ueber der Haelfte, waren doppelt so dick angeschwollen der vielen Muecken wegen und wollten nicht irgendwo im Niemandsland einen zweiten Platten. So haben wir uns entschieden umzukehren, was wir logischerweise nachher bereut haben, denn so bleibt Inuvik fuer uns weiterhin nur ein unerreichtes Ziel.
Auf dem Rueckweg konnten wir nochmals bei herrlichem Wetter die Landschaft geniessen und die folgende Nacht - immer noch am Dempster - war nicht mehr so von Muecken gepraegt.
Leider waren die Muecken fast die einzigen Tiere, die wir bislang gesichtet haben. Klar, mein Baerlein, und weit weg am Horizont, knapp erkennbar mit dem Feldstecher, auch zwei Karibus, aber sonst haelt sich die Tierwelt vor uns eher verborgen.
Nun sind wir in Dawson... Legendaer eigentlich, aber primaer voller Touristen. Sind wir ja zwar schon auch, aber irgendwie nicht ganz so typisch. Wir haben keinen Riesencamper, kaufen keine Goldnuggets, ... Aber es ist auch nicht schlecht, wenn man von Zeit zu Zeit mal einen Laden findet, in dem man etwas Frisches einkaufen kann.
Die Goldfelder hatten auch ihren Reiz. Schon gewaltig, was die Goldgraeber hier angerichtet haben. Die ganze Talsole des Klondike ist umgegraben, die Erde weggewaschen, es blieben nur Berge von Schotter uebrig. Trotzdem war es faszinierend eine Gold-Dredge genauer anzuschauen. Gewaltige Maschine...
Nun duesen wir los weiter nach Westen. Alaska heisst das Ziel, welches wir via "Top of the World-Highway" zu erreichen gedenken. Zuerst muessen wir aber die Zollformalitaeten der USA ueberstehen, dann werden wir in Chicken landen.